Kategorie: Spielberichte

Nachdem ich immer mehr Berichte abliefere, bekommen die eine eigene Kategorie!

Tanelorn Wintertreffen 2014

Und wieder ging ein langes Wochenende ins Land und ich bin um einige Erfahrungen reicher geworden. Und da man am meisten Erfahrungspunkte bekommt, wenn man neue Gegner angeht, gibts hier mal meine AP in Bezug auf das Tanelorntreffen diesen Winter auf der Burg.

Die Burg (0 AP)
Ich war inzwischen schon zu oft auf der Burg und diesmal hat der Meister sogar den Winter vergessen. Schade, wandern im Schneegestöber hätte bestimmt wieder einige AP gebracht, wenn grad kein Spiel herumgelaufen wäre. Aber das habe ich ja letzten Winter schon gemacht. Und da ich die Burg schon gut kenne, gabs dafür auch keine AP. Der Meister knauserte hier.

Bluff (10 AP)
Am Donnerstag Abend begegnete mir viel Bier, ein Uli und mit ihm ein Patric. Die beschworen zusammen Wodka Lemon und … Bluff. Also musste ich dieses seltsame Würfelspiel spielen und schaffte es dank genialer Taktik auf Platz 2, musste mich nur einem wesentlich erfahrenen Zocker und Lügner namens Uli geschlagen geben. Ich wusste, Platz 1 hätte mehr AP gegeben.

7 Wonders (35 AP)
Tja, damit hat der gerissene Blender Uli L. nicht gerechnet. Er wähnte schon seinen zweiten Sieg, doch im Spiel um die sieben Weltwunder (mit… ehm… sechs Spielern…) errang ich die Führung und … habe zwar vergessen, was genau ich baute, aber es war ein glorreicher Sieg, jawohl! Der brachte auch mehr AP, doch meine AlP (Alkoholpunkte) für den Abend waren erschöpft, sodass ich irgendwann spät nachts in ein Schlafzimmer voller leiser Leute schlich und mich in einem Bett einkuschelte, das nicht besonders warm war. Man munkelte sogar, ich hätte leise geschnarcht…

Lindy Hop (50 AP)
Freitag morgen, leichte Katerstimmung und… Tanz. Ja, Lindy Hop ist kein Spiel, sondern ein Tanz (Swing, 20er Jahre bis heute) und äußerst geeignet für jedes Cthulhu-LARP in den 20ern. Der Boni verteilte hierbei alle seine Lehrmeister-Boni und meine Fähigkeiten stiegen von Null auf… ein bisschen. Naja. Immerhin habe ich dank ihm die Eselsbrücke „Lekker Amsterdam, Amsterdam“ gelernt und wie man Mädels durch die Gegend wirbeln lässt. Das ist bei Tanzpartnerinnen jeder Größe eine wahre Freude 😀

Backwarentest (1 AP)
Nunja, es hätte auch „Burgen und Backwaren“ von 1of3 am Freitag Nachmittag sein können, aber diese Runde war dann leider doch „nur“ ein gemütliches Beisammensein mit Stricken (nicht die, an denen man sich aufhängt, sondern die, aus denen Wollsocken entstehen… viele Wollsocken!) im Kaminzimmer, währenddessen der Kampf gegen Chai-Brownies, Waldmeister-Streuselkuchen und Buntstreusel-Marmorkuchen (der saftige, leckere) langsam, aber stetig voranschritt. Da sie meine LeP heilten, gabs nur einen Tröst-AP für diese sehr einfachen Kämpfe.

Mystix (50 AP)
Der Freitag Abend brachte mir das sehr, ehm, interessante Würfelsystem von Mystix und die dazugehörige Welt näher. Wer 3W20 mag, muss Mystix lieben, es verwendet nämlich 6W20. Allerdings müssen die alle nur unter einen Wert, nicht unter drei verschiedene. Und so sammelt man Erfolge, dazu darf man von der Hälfte der Würfel die Erfolgsanzahl verdoppeln. Man muss nur vorher festlegen, welche. Festlegen, nicht sagen, das Vertrauen des SL in die Spielerschaft war grandios und er lieferte ein sehr strategisches Abenteuer ab, in dem wir (ein Gandalf-Wanderer, eine fast etwas zu geradlinig-heilige Hammeritin, ein leiser Kill.. eh Wilder und meine Wenigkeit, Cubiker und Open-Source-Aktivist) Welt, System und den SL kennen lernten. Auf der Mission, einen entlaufenen Gefangenen mit allen Mitteln der Regirung zurückzuholen (gut, die waren keine sooo große Hilfe, aber mehr als in jedem DSA Abenteuer!) setzten wir alles (und ich meine alles… inklusive 101 Chihuahuas) sinnvoll ein, um das Abenteuer zu einem… ziemlich unblutigen Ende zu bringen. Interessant war, dass wir quasi das „Framework“ für die Gruppe am Folgetag bilden sollten, die den Gefangenen verschwinden lassen sollte. Die machte dann nur etwas so vollkommen anderes, dass unsere Vorarbeit dem SL auch nicht mehr soo sehr half, dafür war das Abenteuer einen Tick zu frei.

Weisheiten am Freitag Abend (10 AP)
Die AP gab es hauptsächlich dafür, dass ich diesmal die Finger vom Alkohol ließ und den versammelten Weisheiten national anerkannter Rollenspielgurus lauschte, sie mit meinen wenigen Erfahrungen anzureichern versuchte, und somit klüger wurde. Nun weiß ich mehr über Vampire-LARPer und was sie wirklich tun, kenne die effektivsten Verkaufstaktiken für deutsche Rollenspiele (Tipp 1: produzier erstmal woanders 😉 ) und lernte, was man mit Kickstarter so alles erreichen kann.

Ausschlafen (0 AP)
Samstag morgens auszuschlafen und erst zum Mittagessen aufzustehen beraubte mich zwar einer wertvollen AP-Quelle (bestimmt hätte irgendwas gespielt werden können, im Zombie-LARP wäre ich unschlagbar gewesen!), aber es regenerierte erschöpfte Ressourcen, die ich noch brauchen konnte!

Improworkout (38 AP)
Nach dem samstäglichen Frühst… Mittagessen hieß es zwar, dass ich bei einer Runde NOVA mitspielen könnte, aber ich wurde aufgrund eines temporär abwesenden Spielleiters von hinterlistigen Improvisateuren shanghait. Hier bekam ich dann mein Zombie-Larp, aber mit Tanz. Und insgesamt war da so viel Bewegung drin („Wusch!“), dass ich am Ende ganz erschöpft war. Diese Improtheatersache ist zwar interessant, aber ab einem gewissen Punkt leider in meinen Augen auch zu beliebig, zu schnell vorbei. Ich mag immersionistisches Improtheater sitzend am Tisch, wo man einen bis drei feste Charaktere spielt, die idealerweise noch von einer handvoll Werte als Orientierungshilfe umrissen werden, irgendwie lieber 😉
Nach meinem fast fluchtartigen Rückzug gegen Ende, um dem Tod durch Erschöpfung zu entgehen, füllte ich meine Reserven im Kaminzimmer mit Suros Torte und Schokolade auf. Suro versuchte die Torte überall loszuwerden, aber ich prophezeie ihm (glücklicherweise!) keine große Karriere im Marketing. Jedenfalls nicht im Endverbraucherdirektmarketing… 😉

Kontakt mit dem Sternentor (50 AP)
Am Samstag Abend ging es dann zum Darth Evi (aka Evendor Umil?), in dessen Stargate Runde ich mich eingetragen hatte. Auf dem Tisch gab es schick gemachte Mappen (wie damals in der Schule) wo Dinge wie „Confidential“ und „Top Secret“ standen. Dort waren unsere Charakterbögen und ein recht ausführliches Mission Briefing (von einem unkundigen Russen immer wieder „Memo“ genannt, aber dessen Konpetenz zeigte sich dann später im ersten Feuergefecht), wobei uns unter anderem auch klar wurde, das Stargate D20 wohl doof sei und wir stattdessen mit dem System „Contact“ spielen müssten. Glücklicherweise hatte ich einen W100 dabei, der mich in den folgenden Schleichaktionen zuverlässig im Stich ließ, nachdem der ansonsten leider fast unnütze Geisteswissenschaftler, die chronisch zu kluge Astrophysikerin und eben jener etwas zu sehr am Memo orientierte Speznaz-Kämpfer jene Proben mit Bravour bestanden.
Das Szenario war recht geradlinig, aber dank ihm konnten wir teilweise sehr gut ausprobieren, wie das Kampfsystem so funktioniert. Zum Beispiel ist man mit hoher Initiative als erstes dran, mit noch höherer INI sogar noch öfter als die Gegner (es ist ein bisschen wie Shadowrun 2) und kann alle Gegner ausschalten oder auch sein eigenes Bein. Der Russe hat alle drei Gelegenheiten wahrgenommen. Ansonsten ist hier nur noch ein absolut genialer Granatenwurf des Geisteswissenschaftlers zu erwähnen (der in seinem Kernkompetenzbereich… eh… nicht so gut würfelte…) und das Auftauchen von SG-1 die als die großartigen NSCe am Ende mit bekannten Filmtaktiken ein Goa’uld Raumschiff vom Himmel holten, das wir zuvor gefunden haben (naja… die Astrophysikerin hat es gefunden). Mir als altem DSA-Liebhaber ging bei diesen NSC sofort das Herz auf (aber die Aktion war ansonsten auch recht passend, wir allein hätten die Kämpfe tatsächlich nicht mehr geschafft).

Invocatio Jiba (30 AP)
Nach den Goa’uld fand sich das halbe Treffen (gefühlt jedenfalls) im Kaminzimmer ein und wir versuchten gemeinsam aus jedem neuen Eintreffenden ein Jiba zu beschwören. Das gelang uns jedoch nicht und nach einigen Versuchen geschah das unvermeidliche: Ein Patzer. Neben dem Paradoxon, dass der Vater von Jibas Vater (also Crimson King) auch gleichzeitig dessen (also Jibas) Sohn wurde, zersplitterte das Jiba und hinterlies nur Facetten. Nun sind wir wohl alle nur noch Facetten von Jiba und müssen sein Andenken ehren. Ich selbst sah seinen Geist noch am Sonntag im Burghof, aber das kann er ja unmöglich gewesen sein. Es erschien mir fast, als würde er sich bei jedem Vokal in seiner Nähe leicht krümmen und sich entfernen zu wollen.

Summa Summarum: 274 AP, zwei Spezielle Erfahrungen auf Tanzen und den Invocatio, das Treffen hat sich also sehr gelohnt, dazu war die Organisation wunderbar, alles war einfach und ich habe nichts schlechtes finden können, von der Abfahrt von der Arbeit bis zur Ankunft zu Hause. Nichtmal das Essen hat mich so richtig enttäuschen können!

MS Con 2013 Teil 0: Die Con

Nun stehe ich also auf der kalten, regnerischen Haltestelle Hämelerwald und warte auf den Zug – eine perfekte Gelegenheit, einen Blog Beitrag zu verfassen.

4 Tage, wenn man die halben Tage zusammenzählt, trafen sich in Sievershausen einige Rollenspieler, um zusammen zu spielen. Das waren Brettspiele, teilweise selbst entwickelte Kartenspiele und manchmal auch Rollenspiele.

Ich will in den nächsten Tagen einmal die Spiele, die ich gespielt habe, Revue passieren lassen. Das mache ich in einzelnen, kleinen Beiträgen, die ich in den nächsten Tagen schreiben werde. Denn fast jedes dieser Spiele hat einen eigenen Beitrag verdient. Fast, weil ich es nach „Spielslots“ unterteilen werde und ich in einem Slot sogar mal zwei Brettspiele ausprobiert habe.

Wer sich noch für die Gegebenheiten auf der Con interessiert, kann hier weiterlesen, andere können bis zum Ende scrollen, wo sich eine Auflistung der Runden befindet. Read More MS Con 2013 Teil 0: Die Con

Zombie-Konfrontation!

Gestern Abend hat sich ein mir bis dato noch unbekannter SL bei DSA einen Halbgottstatus verdient. Und zwar nicht, weil er souverän leitete, die schlimmsten Regeln außen vor ließ und tatsächlich mal ein Spontanabenteuer mit coolem Plot an einem Abend durchgespielt bekommen hat, sondern:

Weil er während eines Zombiesturms eine Hauswand durch eine Zombiekuh hat einreißen lassen.

Super Effekt. Einfach klasse. Ich hätte mich (mit meinem Monsterjäger-Wegelagerer) sofort draufgestürzt und das Vieh niedergemetzelt aber wir mussten vor der Horde in einen noch ungeweihten Borontempel fliehen (das mit dem „noch ungeweiht“ konnten wir anhand der Baugerüste ahnen und nur geweihte Tempel bieten Schutz vor den Zombies), auch weil wir verwundete und bewusstlose NSCe dabei hatten. Und in demkleinen Kammerspiel beim verschanzen konnte ich meinen Charakter so richtig schön druchdrehen lassen und eine richtig harte Konfrontation mit dem geschwätzigen, aber astral ausgepumpten Magier riskieren (da der Spielabend eh fast vorbei war) und es so richtig schön eskalieren lassen – körperliche Schäden für den Zauberer wurden nur durch seinen InGame angeworbenen SC-Leibwächter verhindert. Mit dem es dann am nächsten Morgen, als die Zombies weg waren, einen waffenlosen Showdown gab.

Wunderbares Spiel. So muss das laufen. Auch wenn die nymphomane, hübsche, halbelfische Jägerin nicht zum „Zug“ kam an diesem Abend, aber das ist eine andere Geschichte…

HEX HEX – Hollow Earth Expedition

So, gerade hat meine montägliche Runde abgesagt und wurde durch einen spontanen OneShot des Pulp-Adventurespiels „Hollow Earth Expedition“ ersetzt.

Und ich muss sagen: ich mag das System! Schnell, einfach, man könnte fast sagen universell und recht cinematisch. Die Kämpfe sind angenehm zeitsparend und recht heftig, ich persönlich habe mich ziemlich gut in die „alte Welt“ versetzen können. Was natürlich auch sehr an meiner Begeisterung lag, das System endlich einmal ausprobieren zu können.

Leider hieß es, ich solle meinen Lieblingstypus, den adligen britischen Gentleman-Großwildjäger nicht spielen. Ich sollte auf einen anderen Archetypen zurückgreifen. Böser Fehler. Der amerikanische Reporter hat zwar auch Spaß gemacht, aber zumindest bei diesem galt die alte Devise: spiele niemals mit einem Archetypen, wenn du was reißen willst. Der beste Skill war „Schriftstellerei“. Ähm, ja, da hätte man was draus machen können, aber irgendwie zündete das nicht so ganz. Ansonsten waren seine Werte eher unterdurchschnittlich. Die anderen hatten stets mehr Würfel als ich…

Das Abenteuerchen war recht linear aber angenehm zu spielen um das System kennen zu lernen. Es mangelte leider sehr an Interaktionsmöglichkeiten mit NSCen, wo die doch recht guten Sozialskills des Reporters zur Geltung hätten kommen können, aber das wog der SL wieder mit genug Pulp auf, um mich zu versorgen. Der Endgegner war allerdings extrem heftig. Er hatte so viele Angriffs- und Verteidigungswürfel wie unsere gesamte Gruppe zusammen, wodurch der Endkampf nur durch „Glück“ gewonnen werden konnte.

Alles in allem muss ich aber sagen: das kleine System hat sich tapfer geschlagen und bewährt. Wenn sich die Gelegenheit bietet werde ich es gerne noch einmal spielen und den ausfüllbaren Charakterbogen werde ich mir umgehend ausdrucken und ein paar mal vervielfältigen. Die Archetypen lassen sich sicherlich noch etwas ausfeilen.

Jetzt muss ich den SL nur noch fragen wie viel Erfahrung wir gesammelt haben und wie ich sie ausgeben kann – vielleicht wird ja doch noch was aus meinem kleinen Reporter… 😀

Des Königs letzte Reise – ein Szenario aus dem aventurischen Boten

Boah. Es ist jetzt schon etwas her aber ich habe es immer noch nicht verdaut: das Szenario „Des Königs letzte Reise“ aus dem Aventurischen Boten 110 wurde mir vorletzte Woche Mittwoch zum leiten in die Hand gedrückt. Ich fing an zu lesen und mir schwante schon bei „Dies ist ein mystisch-lineares Abenteuer“ Böses. Dieses Böse widerfuhr mir dann auch: mystisch steht hierbei nämlich für „Nicht nachvollziehbar“ und linear bedeutet, dass die Helden das Abenteuer auf genau eine festgelegte Weise erledigen müssen, sonst klappt der ganze Plot nicht.

Die Helden müssen sich dem König Cuanu anschließen der die Splitter Siebenstreichs, des Götterschwerts zu einem Tempel weit weg bringen will. Sie müssen den Zyklop der sie warnen will, erschlagen und ignorieren. Sie müssen das Schwert in ein weitverzweigtes und unerforschtes Kavernennetz bringen lassen, damit es dort geklaut werden kann. Damit sie die Spur der Diebe verfolgen können. Damit sie auf eine geheime Insel im Neunaugensee stoßen (die finden sie aber nur wenn sie einen Pakt mit einer Fee eingehen) wo finstere Kultisten das Schwert neu schmieden wollen. Die sie dann alle töten müssen, damit der König entscheidet, dass die Splitter des Schwerts genau JETZT aufgeteilt werden müssen (eine Idee die er wiederum zuvor konsequent ablehnen musste – obwohl sie weise ist) und mit einem Splitter auf der Insel bleibt. Ende.

Die NSCe müssen auf diesem Weg vieles ignorieren und stehen auf viele Fragen ohne Antworten da – ich bin nicht der Autor und das Script hat mir den Ablauf des Stücks gezeigt, nicht aber wie ich das leiten soll, geschweige denn eine große Hilfe geboten. Das fand ich äußerst schade. Am Ende müsste doch nur rauskommen, dass die Splitter aufgeteilt werden und dass der König auf diese Dark-Avalon-mäßige Insel kommt, wo er auf Besuch wartet und ansonsten den Splitter hütet (und sich öfters mal diese Fee an Land holt, sonst ist es ja langweilig).

Das hätte man wunderbar anders machen können, man hätte den Rat der Helden von Anfang an beherzigen können, die Gegner hätten trotzdem noch Dinge tun können – aber nein, halt, es ist ja der wichtige Metaplot, der hier nacherlebt werden kann. Da muss das so ablaufen, denn im Hintergrund des Abenteuers laufen viele Prozesse die unbedingt diesen Input brauchen – und zwar GENAU diesen.

Das ist äußerst schade aber an diesem Abend hatte ich auch keine Lust, das Abenteuer noch irgendwie zu retten oder es umzuschreiben. Es wurde gegen Ende immer lustiger aber ich glaube das lag am vielen Bier…

Vinsalter Frühlingstreffen 2010

Neu ist das Semester und neu ist auch endlich mal wieder Zeit und Muße zum schreiben und ich will erstmal von etwas erzählen: nämlich dem Treffen des Vinsalter DSA-Forums in Wirberg.

Wirberg ist ein im hintersten Hessen, zentral im Nichts gelegener Hügel, auf dem drei Häuser stehen. Ein Bauernhof, eine Kirche und ein Freizeitheim einer anderen Gemeinde in das laut Beschreibung 30 Leute passen. Die hatten sich auch angemeldet und angekündigt. Der Luxus war unermesslich: wir hatten nicht nur eine Spülmaschine sondern auch Getränke auf Kommission. Die Extrapolierung des für alle am wenigsten nicht wohlschmeckendsten Bieres war zwar ein längeres Drama, aber am Ende reichte es für Flens und Becks sowie diverse Softgetränke. Schleichwerbung Ende.

Nein, doch nicht, denn neben etwa 30 jungen Menschen (von denen aber ein gefühltes halbes Dutzend mitgebrachte Freundinnen waren, die nichts mit Rollenspiel am Hut hatten) hatten wir noch zwei Schotten und einen Iren (keinen Irren, sondern den von dieser Insel wo sich die Leute immer zanken) dabei: Mr. Jameson (das ist der Ire), Mr. Macallan und Mr. Lagavulin. Die ersten beiden begleiteten uns bereits auf der Hinfahrt… was dazu führte, dass ich am Freitagabend nicht alle Namen behalten konnte, die mir vorgestellt wurden. Aber das hätte ich auch so nicht geschafft. Ich lerne pro Forentreffen immer 1W6+1 neue Leute kennen. Diesmal waren es 4: Herr der Nacht, Shahanja, ein Fabian und ein Roman.

Kommen wir nun aber zum Ablauf des Ganzen: gemäß der Tradition der Vinsalter Forentreffen lief es so unorganisiert wie möglich ab, aber nicht völlig unorganisiert. Am Ende sollte geputzt werden, in der Mitte wollten wir zwei verschiedene Suppen kochen, jeder sollte die Getränke aufschreiben die er aus den Kästen nahm und ansonsten hatte niemand einen Plan und nur wenige Leute hatten etwas zum spielen vorbereitet. Ich wurde gefragt ob ich vielleicht „Deadlands“ spielen wollen würde und stimmte zu – Quendan hatte das Regelwerk, aber keine Charakterbögen dabei, wollte aber gerne ein kurzes Szenario leiten. Ich schrieb mir also meine Figur auf: Charlene, die hübsche, wohlklinge, abergläubische und rachsüchtige (und außerhalb der Werte recht rassistische) Bardame mit ihrer Winchester. Mit der sie erstaunlich gut umgehen konnte. Zusammen mit einem schwarzen Nahkämpfer mit Eisenbahnschienenteil (Herr der Nacht), einem Outlaw (Yngvar) und einem übelst geizigen Kutscher (Drakon) traf sie in einer Schlucht, in der sie von einem Monster überfallen wurden, auf einen äußerst selbstsicheren Marshall (Shahanja) und seinen Leibarzt, einen putzigen Mexikaner (Dajin). Mexikaner und Afroamerikaner bekamen etwas Intoleranz zu spüren, für die ich leider keine Punkte mehr bekommen habe, und wir folgten auch dem Plot, einen anderen Outlaw zur Strecke zu bringen, wobei sich herausstellte, wie fies dieses Regelsystem sein kann. Einerseits war meine Initiative im Kampf äußerst glücksabhängig (mal durfte ich fünf Aktionen pro Runde machen, mal gar keine…) und andererseits gibts in dem System scheinbar keine „Tanks“, wie der Herr der Nacht mit seinem Nahkämpfer feststellen musste. Er würfelte aber auch unsagbar schlecht und war nach einem Kampf für die nächste Zeit erstmal raus. Die Runde unterbrachen wir irgendwann und beendeten sie leider auch nicht, obwohl wir kurz davor waren, die Outlaws niederzumähen. Es war aber auch schon vier Uhr morgens. Keine Zeit wie ich in der nächsten Nacht feststellen sollte.

Aber der nächste Tag begann recht harmonisch und früh nach zu wenig Schlaf. Ich lernte weiter Leute kennen, frühstückte, grillte endlich und beobachtete das „internationale Tischballturnier“. Eine legendär lächerliche und äußerst belustigende Veranstaltung aus der Kombination von Tischtennisplatten und Fußbällen. Es meldete sich das halbe Forum, um mit der Hand als Schläger und dem Fußball als Ball eine Art Tischtennis zu spielen, in der jeder Spieler ein Land verkörperte. Es gab Vorrunden, K.O.-Matches und ein Finale in dem… ja ich weiß nicht mehr wer gewonnen hat, denn ich war schon am spielen. Und zwar jene DSA-Runde die ich organisiert hatte und in der ein gnädiger Kimaron für uns „Die Wandelbare“ leitete. Wir vier Spieler wussten erst nicht, was wir spielen sollten, entschieden uns aber dann für eine reine Gildenmagierrunde. Es war sehr lustig aber auch sehr stimmungsvoll-effektiv. Niemand sollte einen Brabaker Nekromanten unterschätzen, der zunächst unsere Angreifer von einem Zant grausam zerfetzen lässt und die daraufhin als Geister in unserer Welt gefangenen, gequälten Seelen beherrscht und ausfragt, was das sollte und von wem sie stammen… grausam aber effektiv, denn so kamen wir Hintergründen des Abenteuers auf die Spur, die uns eigentlich hätten verschlossen bleiben müssen. Außerdem verkürzten wir durch eine simple, äußerst naheliegende Aktion das Abenteuer um einige Seiten und einen Kampf (also am Tisch effektiv um 2-4 Stunden…) womit der Autor wohl auch nicht gerechnet hatte. Sagte zumindest unser äußerst geduldiger Highlor… Meiste… Spielleiter, den an einem Punkt unsere ständigen Blödeleien wohl wirklich annervten und wir sie dann zugunsten sehr stimmungsvoller Szenen stark einschränkten. Nur eins nervte den Spielleiter mehr: ein Mitspieler (ich verzichte auf die Nennung von Namen) hat doch tatsächlich eine Entscheidung des SL angegriffen und mit einer mühsam herausgesuchten Textstelle sein „Recht“ bewiesen – damit er es (O-Ton) „das nächste Mal dann richtig macht.“ Der Spieler bekannte sich auch später in geselliger Runde als Regelfetischist, was die Situationen aber nicht besser machte. Ja ich verwende absichtlich den Plural, denn es gab drei solcher Situationen, nach denen der SL schlussendlich dem Spieler alle Regelbücher entriss und klar machte, dass er solches Verhalten nicht wünschte. Das war konsequent und gut – und das Abenteuer leitete er auch souverän zu Ende, wobei ich nicht weiß, inwiefern er den letzten Teil verändert hat, der sich dann doch sehr krass auf meinen Charakter auswirkte und diesem nun einen neuen Metaplot verschafft hat – auf der Suche nach der Skrechu…

Als wir dann um kurz vor vier mit dem Abenteuer fertig waren, gab es noch eine gesellige Runde mit Herrn Lagavulin, einer Gitarre und diversen Rollenspielern, denen das Talent „Singen“ nicht soo wichtig war, die sich aber nicht scheuten, von ihren niedrigen Werten Gebrauch zu machen, sodass auch hier und da vorhandene hohe Talentwerte eher untergingen. Ich versuchte, sie zu genießen, genoß dabei aber den alten Schotten etwas zu sehr und wankte gegen 6 Uhr morgens dann in mein Bett in dem ich friedlich bis zum Ende des Forentreffens schlief…

Alles in allem muss ich sagen: die Location war gut, auch wenn man den Bauernhof aus dem Setting hätte rauslassen können, denn um 5 Uhr früh laut muhende Kühe und der Geruch der in direkter Nachbarschaft liebevoll gepflegten Jauchegrube gaben der Atmosphäre einen leichten Dämpfer. Spülmaschinen sind ein echter Gewinn, große Suppentöpfe auch und große Grills sowieso. Das Haus war gut ausgestattet, hatte einen leichten Hang zum lauten Knarren, war aber ansonsten echt fein und gemütlich. Dass Getränke auf Kommission bereitstanden war ebenfalls ein super Service.

Dank an die Leute und bis zum nächsten Mal!

RPG 2009

Nach langer, langer Abstinenz mal wieder was „neues“ in diesem Blog: der Jahresrückblick. Was war 2009 für mich? Scheinbar ein Jahr in dem es ab Ende September nichts mehr zu berichten gab. Und in der Tat folgte ich einem weisen Ruf der mir riet: „Weniger drüber schreiben, mehr spielen!“ Und ich spielte, viel, online: Die Drachenzwinge stellt allen Online-Spielwütigen einen TeamSpeak-Server zur Verfügung und dort kann man auch allerlei Spontanrunden und feste Runden finden. Also quasi ein Mekka, zu dem Preis, das DSA und Shadowrun dort die Spiele sind, zu denen sich fast immer was findet – und der Rest kann gucken wo er bleibt.

Aber mit DSA habe ich dieses Jahr eigentlich ausnehmend gute Erfahrungen gemacht: meine neue Runde „Panhumoricum“ lief so wunderbar, das wir auch nach dem Abenteuer zusammen weiter spielten. Und diese Runde wird jetzt mal das D&D4-System ausprobieren und abwechselnd DSA und D&D spielen 😀 Andere Runden treffen sich inzwischen im realen Leben häufiger als online und andere wiederum geben mir, obwohl ausschließlich online, einen stetigen Fluss der Kreatitvität (Danke an meine Myranor-Runde mit ihrem eigenen Staat den sie mit Leben füllen 😀 ).

Gedanken über DSA und Rollenspiel finde ich inzwischen mehr im Web und schlürfe sie auf, anstatt mir mal selbst welche zu machen – ich glaube ich bin faul geworden. Ich glaube daran will ich jetzt auch etwas arbeiten. Denn ich habe so einige Dinge die ich hier in nächster Zeit mal loswerden will. Und wenn ich das gut über die Zeit verteile, dann füllt es sicherlich ein ganzes Jahr 😀

  • Ich will die ersten Eindrücke gewisser Anthologien die ich hier liegen habe, mal schildern.
  • Ich werde den Unersättlichen leiten und quasi begleitend hier schildern wie es läuft
  • Ich will meine ganzen kruden Gedanken, die hier als Entwürfe vor sich hinmodern, mal aufarbeiten und hier zur Verfügung stellen
  • Ich will allgemein etwas mehr Material zum spielen hier auf die Seite packen. Vielleicht bau ich auch noch ein kleines Programm, ich weiß aber noch nicht, was das werden soll…
  • D&D4 wird geleitet – und ich hab nichtmal das Spielerhandbuch vollständig gelesen. Dem muss abgeholfen werden und ich denke ich werde demnächst mal das Projekt „D&D4 in zwei Wochen“ in Angriff nehmen. Zumindest anhand des Spielerhandbuchs 😉

Dazu gesellt sich vielleicht noch etwas mehr, das weiß ich noch nicht, aber es wird sich sicherlich ergeben. Vielleicht auch mal Links in eine schöne oder sinnvolle Forendiskussion – die sind in letzter Zeit etwas seltener geworden, glaube ich (also die Diskussionen, von Links kann hier gar keine Rede sein ;))

Also frohgemut und frisch in ein schönes Jahr 2010!