DSA5-Review II: Grundregeln

Auf 13 Seiten versammelt DSA5 die Grundregeln und das ziemtlich kompakt: Was brauche ich zum Spielen (Papier, Bleistift, Würfel), was sind optionale Regeln, was sind Eigenschaften, Kampftechniken, Fertigkeiten, was für Proben gibt es und was sind die abgeleiteten Werte?

Hier macht DSA5 einiges anders, aber anderes auch genau so wie DSA4: Man würfelt immer noch mit 1W20 (Eigenschaftsproben, Kampftechniken) und 3W20 (Fertigkeiten, der neue Oberbegriff für Talente, Zauber und Liturgien). Es ist immer noch so, dass eine einzelne 20 einem die ganze Probe versaut (bzw. massig Fertigkeitspunkte verbraucht), aber eine einzelne 1 überhaupt nichts nützt. Zudem wurden die Limits geändert: Eigenschaften sind maximal noch bis 18 steigerbar (später erfährt man: bis zu 20 mit Vorteilen) und Fertigkeiten ebenso (auch hier kann man sich Ausnahmen erkaufen), unabhängig vom Startwert. Bei den Eigenschaften wurde jetzt auch der „Prüfwurf bei 1 oder 20“ eingeführt und es wird nun offiziell empfohlen, da etwas tolles bzw. schlimmes passieren zu lassen. Hier entsteht leider der Eindruck, man könne DSA rein mit den Eigenschaften und Kampftechniken spielen, von dieser sehr charmanten Option wird dann im Teil der Fertigkeiten wiederum dringend abgeraten.

Allerdings kann man jetzt auch bei Talenten „die Zauberdauer verdoppeln“, wodurch die Probe automatisch als geschafft gilt, wenn die Erschwernis den Fertigkeitswert nicht unter Null drückt. Übrig bleiben die halben restlichen Fertigkeitspunkte. Eigentlich eine ziemlich coole Idee. Gut ist auch, dass wiederholte Proben jetzt mit einer festen Erschwernis verbunden sind und man nicht einfach so lange würfeln kann, bis es eben klappt.

Und was NSCe angeht, gibt es auch eine Tabelle mit durchschnittlichen Werten für jeden Erfahrungsgrad. Irgendwo wird diese mir aber suspekt, wenn sie bei einem Meister von einem „durchschnittlichen Eigenschaftswert von 15“ spricht. Das stelle ich mir sehr seltsam vor, vor allem wenn es drei verschiedene Eigenschaften sind – hier sind die NSCe der Einfachheit halber einfach mal besser als die Spielerhelden, die für solche Scherze wie KL/FF/KK für die Metallbearbeitung im Durchschnitt auf 15/15/15 (oder meinetwegen auch auf 13/15/17) würfeln – bei den bisherigen Kosten für Eigenschaften auf diesem Level halte ich das für eher unwahrscheinlich.

Bei den Probenarten muss ich sagen, dass diese aus DSA4 schon bekannt und (Achtung Wortwitz…) „erprobt“ sind. Leider wurde hier dasselbe grauenvolle Konstrukt beibehalten, dass sich „modifizierte Erfolgsprobe mit Qualitätsmessung“ nennt. Also wo der Spieler nach der Erschwernis noch möglichst viele FP (Fertigkeitspunkte, das sind die übrig behaltenen Punkte nach einer Probe) haben muss, obwohl sein FW (der Fertigkeitswert, der modifiziert werden kann) vorher modifiziert wird. Ich hätts gern einfacher gehabt, bin ein Freund binärer Proben. Aber ansonsten ist das System noch ganz DSA4: Auch in der Hinsicht, dass negative Fertigkeitswerte von allen Eigenschaften abgezogen werden. Gut empfinde ich die klare Regelung bei den Sammelproben, was nun eine gelungene oder misslungene Probe bedeutet – und wie kritische Erfolge und Patzer gewertet werden. Die Übersichtstabelle „Wie viele Fertigkeitspunkte sollte man für was verwenden“ ist gut. Die Gruppenprobe wurde auch gut überarbeitet und jetzt kann wirklich jeder immer mitwürfeln, wenn die Situation es zulässt. Ohne befürchten zu müssen, durch eine einzige vermasselte Probe gleich das Gesamtergebnis zu gefährden.

Die Grundwerte werden jetzt anhand der Eigenschaften direkt und einfach berechnet – das hätte nicht unbedingt sein müssen, schafft aber einfachere Verhältnisse.

Also mein Fazit:
+ „Talentdauer verdoppeln“ ist eine sehr sinnvolle Optionalregel
+ viele Optionen sind jetzt schlanker und besser, es gibt konkrete Orientierungshilfen was man mit welchem FW anfangen könnte
– keine Änderungen am Probenmechanismus und dem Fallstrick „eine 20“ (eine 1 könnte z.B. einen Schicksalspunkt generieren wenn die Probe trotz dieser 1 misslingt)
– es fühlt sich grundsätzlich eher an wie „DSA4 mit Hausregeln“, sprich: Grundsätzlich am normalen Ablauf von Proben hat sich soweit nichts geändert.

2 Kommentare

  1. Nazir

    Die Eigenschaften werden ja höher sein, denn niemand steigert mehr Talente. Das marginalisiert natürlich diese sich Zeit lassen Proben, und auch FW* wird es eher nicht so viele geben.

  2. Frage

    Woher weiß ich wie hoch die FP sind? Also aus welcher Probe bleiben die Punkte übrig?!?

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