DSA5-Review XVII: Spieltipps

Da es das Kapitel „Hintergrund“ (bis auf den Platzhalter mit der Aventurienkarte) nicht in der Beta gibt, geht es nun zum letzten Kapitel: Spieletipps. Da das Buch sich an Anfänger richtet, gibt es hier einige Tipps und Hilfen zum Spiel an sich und wie man es spielt.

Tipps für den Meister

  • Die Helden sind die Protagonisten der Geschichte – nicht die Meisterpersonen
  • Gesagt, Getan – nicht gesagt, nicht getan – nimm die Regel nicht zu wörtlich
  • Kein Plan übersteht den Erstkontakt mit den Spielern – Improvisation
  • Regeln sind Werkzeuge – keine fundamentalistischen Schriften
  • Auf die Größe kommt es an – oder auch nicht
  • Es ist noch kein meister vom Himmel gefallen – fang klein an
  • „Wir spielen nur das, was ich will!“ – Redet über eure Spielwünsche
  • Bereite dich vor – Handouts, Pläne und Notizen
  • Pech gehabt – du bist tot

Soweit die Liste der Überschriften, was darunter steht, ist holperig und ungelenk ausgedrückt etwas, dass alte Veteranen zahlloser Forendiskussionen natürlich schon längst wissen. Nichtsdestotrotz ist es eine gute Anleitung für Anfänger, die Tipps sind kurz, aber im Grunde solide. Sie gehen ganz gut auf die soziale Komponente ein und versuchen, Frust am Spieltisch zu vermeiden. Solche Tipps waren auch nie das große Problem, sondern die Autoren der offiziellen Abenteuer, die hier früher durchaus manchmal diese Tipps ignoriert haben 😉

Tipps für die Spieler

  • Der Meister hat (fast) immer recht – unterstützt ihn
  • Gesagt, getan – nicht gesagt, nicht getan – die Mischung macht’s
  • Ihr spielt nicht alleine, sondern zusammen
  • Bleib in deiner Rolle
  • Spielt eure Rolle, aber nicht um jeden Preis
  • Einigt euch auf die Regeln
  • Spielerwissen vs. Heldenwissen
  • Das Schwarze Auge ist keine Religion – nur ein Spiel

Auch hier wird auf die soziale Komponente eingegangen und sehr darauf geachtet, dass die Spieler altbekannte Dinge wie die Method-Acting Falle vermeiden und zwischen Spieler- und Heldenwissen trennen können. Und dass es Vertrauen zum SL geben soll, der ja nicht zum Ziel hat, die Spielrunde auszulöschen. Allesamt auch recht solide.

Der Gruppenvertrag

Abgerundet werden die Spieltipps an Spieler und Leiter durch eine Checkliste, deren beantwortete Fragen einen Gruppenvertrag gemäß RgVO (Rollenspielgruppenverordnung) ergeben könnten 😉 Die Checkliste ist wirklich gut und jede Spielgruppe, die mehr als nur einen OneShot zusammen spielt, sollte diese Fragen beantworten. Auch wenn manche Fragen trivial erscheinen („Müssen die Spieler die für ihre Helden nötigen Regeln beherrschen?“) ist ihre Beantwortung doch wichtig und sorgt für klare Verhältnisse.

Wie baue ich ein Abenteuer?

Der Abschnitt „Abenteueraufbau“ ist leider nicht so gut wie die Checkliste, hier hätte evtl. ein „Rezept“ gut getan, wie man Abenteuer erstellen könnte. Stattdessen gibt es nur eine Aufzählung der Möglichkeiten, was es für Abenteuertypen gibt und welche Dinge man grundsätzlich beachten sollte (Heldenauswahl, Motivation etc). Das einzig wirklich nützliche, die Vergabe von Abenteuerpunkten, ist aufgrund des in meinen Augen noch im Kern hakenden AP-Systems nicht so praktisch wie er sein könnte. Wenn die AP endlich funktionieren, wie sie sollen, kann man diese Einteilung „Szenario, Abenteuer, wirklich forderndes Abenteuer“ AP mäßig noch einmal überarbeiten.

19 Fragen an den Helden, für die ich hier nicht noch eine Überschrift aufmachen möchte, beenden dann das Kapitel. Ich denke zwar persönlich, dass es ziemlich schwer ist, alle diese Fragen zu Beginn der Heldenerschaffug zu beantworten und den Held dann auch konsistent dazu zu spielen, aber das ist nur meine Meinung. Teilweise werden diese Fragen auch schlicht durch Vor- und Nachteile beantwortet, aber es ist trotzdem ganz gut, sie sich mal zu stellen. Jeder hat da seinen eigenen Stil.

Am Ende des Buches gibt es noch einen Index (von mir nicht überprüft, hat aber in den 3 Fällen als ich ihn brauchte, zuverlässig entweder kein Ergebnis zu Tage gefördert, weil die Information einfach nicht im Buch vorkommt oder aber das richtige Ziel genannt) und einen Heldenbogen. Oh und ich darf die Dankeskarte nicht vergessen, auf der sogar mein Name steht 😀

Zusammenfassung:
+ Solide Tipps
– aber leider sehr holperig geschrieben
– Abenteuerdesignabschnitt? Ziel verfehlt, leider
– Das Heldendokument wirkt etwas schnell dahingezeichnet und durch die vielen freien Flächen zeigt es durchaus den Minimalismus des Systems

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